Veröffentlicht am

Lernen und Lehren im akademischen Kapitalismus

Datum
Di 05.11.2019
16:00 – 18:00 Uhr

Veranstaltungsort
Neues Palais: 1.08.0.59

Veranstalter*innen
GEW-Studis

 

Zur Jahrtausendwende findet unter dem Credo der Lissabon-Strategie – „[…] die EU [sollte] bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt [werden] […]“ – eine Transformation von traditionellen zu unternehmerischen Universitäten statt. Mit der Einführung von New Public Management (NPM) an deutschen Hochschulen sollen die „unklaren Technologien von Lehre und Forschung“ gesteuert und kontrolliert werden.

Darüber hinaus versprechen die managerialen Methoden eine Qualitäts- und Effizienzsteigerung im Wissenschaftsbetrieb. Zeitgleich geht die Grundfinanzierung von Hochschulen durch die sichtbare Hand eines unternehmerischen Staates sukzessive in Drittmittelfinanzierung über, wodurch sowohl eine Kultur des Wettbewerbs um Ressourcen inszeniert wird als auch eine Flexibilisierung des akademischen Arbeitsmarktes stattfindet.

Weiterhin kann nach der Bologna-Reform eine Rationalisierung der studentischen Lebensführung beobachtet werden. Mit den neoliberalen Reformprogrammen findet also einUmdenken von Studierenden und Lehrenden statt. Gleichzeitig avancieren Wettbewerb, Innovation und Effizienz zum Mantra der Gegenwart.

Kurzum: Studierende und Lehrende werden durch die neoliberale Reorganisation der deutschen Hochschullandschaft aufgefordert sich selbst zu optimieren und ihre Lebenswelt entlang von Prinzipien des Marktes zu rationalisieren.

Um diese Diagnose empirisch einzulösen, gilt es die Lebenswelt von Studierenden und Lehrenden. Um diese Diagnose empirisch einzulösen, gilt es die Lebenswelt von Studierend und Lehrenden von innen heraus zu beschreiben. Dazu wird den Teilnehmerinnen ein kritisches sozialwissenschaftliches Verständnis von neoliberalen Regierungsweisen vermittelt.

In dem Impulsreferat werden folgende Fragen aufgeworfen:

(1) Was ist Neoliberalismus
(2) Welche Folgen hat eine neoliberale Wissenspolitik für Studierende und Lehrende an deutschen Hochschulen?

Um die Fragestellungen aus der Perspektive von Studierenden und Lehrenden zu beleuchten, wird Interviewmaterial von Angehörigen der Universität Potsdam herangezogen und im Rahmen neoliberaler Herrschaftstechnologien analysiert.
Einerseits geht aus dem Interviewmaterial ein Anpassungsverhalten von Studierenden und Lehrenden an die Anforderung des Marktes hervor. Anderseits können mit dem empirischen Material Fluchtpunkte und Widerstandpraktiken in einem neoliberalen Subjektivierungsregime aufgezeigt werden.

Schlussendlich werden alle Teilnehmerinnen zur Diskussion über Alternativen zum Neoliberalismus im Bildungsbereich und zur Selbstreflexion eingeladen.

 

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